Fachsimpeln bei Fischbrötchen

Nordenham (flo). „Die Maschinen haben einfach etwas. Die schütteln und rütteln“, sagt Udo Krauß. Und um zu zeigen, wie es rüttelt, wenn er auf seiner Moto Guzzi, Modell Le Mans, unterwegs ist, wackelt er schnell mit der Hüfte hin und her. „Das ist ein ganz eigenes Fahrgefühl, das bekommt man bei einem japanischen Fabrikat nicht.“ Ähnlich wie der 43-Jährige sahen es auch die anderen Teilnehmer beim 4. Italo-Motorrad-Treffen in Nordenham.

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Italienische Motorräder so weit das Auge reicht: Rund 350 Teilnehmer zählten die Veranstalter.

Über 350 Fans der italienischen Krafträder hatten sich am Pfingstwochenende wieder in Nordenham versammelt, um ihrem Hobby zu frönen – das ist neuer Besucherrekord. Aus der ganzen Republik waren sie angereist, einige sogar aus Skandinavien. „Nordenham hat unter den Moto-Guzzi-Treffen einen hervorragenden Ruf“, sagt Udo Krauß. Das Mitglied des Motorradclubs Dellortos ist aus Bückeburg an die Wesermündung gereist, um hinter der Jugendherberge sein Zelt aufzuschlagen. Mit seinen 43 Jahren ist er nur ein wenig älter als die Maschine, mit der er unterwegs ist. „An den Motorrädern kann man noch richtig gut selbst schrauben“, sagt er und nippt am Bier. Auf Treffen wie hier in Nordenham könne man gut mit anderen Motorrad-Fans fachsimpeln und sich Tricks für Umbauten und Reparaturen holen.

Neben Udo Krauß hat Kai Brost seine Moto Guzzi Le Mans geparkt. Dabei fällt an dem laubgrünen Motorrad sofort das Markenemblem eines bayerischen Herstellers auf. „Eine Art Wetteinsatz“, sagt der 45-Jährige aus Elze bei Hildesheim lachend. „Nennen wir es einfach ‚Bayerische Moto Guzzi Werke‘“.

Für die beiden Mit-Vierziger, die viele Treffen besuchen, ist das Nordenhamer Italo-Treffen eines der schönsten. „Die Lage ist super, es gibt Fischbrötchen und Bier. Und für die Älteren, die nicht mehr im Zelt schlafen wollen, gibt es Betten in der Jugendherberge“, resümmiert Udo Krauß.

Er und Vereinskamerad Kai Brost genießen zudem die kameradschaftliche Atmosphäre bei den Italo-Fans. „Die meisten hier sind ja schon über 40. Da gibt es selten Streit, alle feiern gemeinsam.“ Das sei bei Motorradtreffen anderer Marken anders.

Neben der Fachsimpeleien und dem Feiern auf dem Gelände am Weserstrand hatten die Organisatoren Reiner und Margrit Christen sowie Heike und Kalle Eilers ein kleines Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. So fuhr am Sonntagvormittag ein Bus von der Jugendherberge zum Fähranleger in Blexen. Nach dem Übersetzen erfolgte ein Transfer zum Bremerhavener Fischereihafenrennen. Dort sahen sich die Italo-Fans die Qualifikationsrennen an, bevor es abends per Bus und Fähre zurück ins Camp ging. „Wir haben den Bustransfer eingerichtet, damit die Teilnehmer auch mal ein Bier trinken können“, erklärte Reiner Christen, der sich erfreut zeigte über den Ablauf des Treffens.

Am Pfingstmontag packten die Moto-Guzzi-Fahrer dann ihre Zelte zusammen. Auch Udo Krauß und Kai Brost machten sich nach einem Besuch der Finals des Fischereihafenrennens auf den Heimweg und kündigten an: „Beim nächsten Mal sind wir wieder dabei.“

 

 

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