Kreiszeitung Wesermarsch, 25.05.2010

Treffen läuft auch ohne Reklame


Nordenham.

Sie fühlen sich wie eine große Familie, denn die Biker teilen eine Leidenschaft – die Liebe zu großen italienischen Motorrädern. Auf dem Gelände hinter der Jugendherberge fand am Wochenende mit 170 Teilnehmern das mittlerweile fünfte Italo-Treffen statt. Von Brigitte Rademann
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Die Motorradfahrer schätzen das familiäre, gemütliche Ambiente des Treffens. Zwischen Zelten und Maschinen wird locker geklönt. Fotos: rade
Im vergangenen Jahr seien 360 Biker angereist, bestätigt Reiner Christen, der mit seiner Frau Margrit und den Freunden Kalle und Heike Eilers das Treffen organisiert hatte: „Das war uns jedoch schon ein bisschen zu viel, und darum haben wir dieses Mal keine Werbung gemacht“, erklärt Reiner Christen. Schließlich solle der familiäre und gemütliche Rahmen erhalten bleiben.
Entstanden ist das Italo-Treffen durch die Moto-Guzzi-Mailing-Liste. Im Internet verabredeten sich die Motorradfahrer und kamen einmal im Jahr irgendwo in Deutschland zusammen. 2004 fand das Treffen in Nordenham statt und seitdem gilt der direkt am Strand gelegene Zeltplatz hinter der Jugendherberge als ein ideales Ziel für Biker aus der ganzen Republik und dem benachbarten Ausland.

Stammgast aus England

„Tom aus England kommt jedes Jahr“, erzählt Reiner Christen stolz, aber auch aus Dänemark und der Schweiz rollen die Italo-Motorräder an. „Die Holländer erkennt man an ihrem Anhänger“, meint Kalle Eilers augenzwinkernd. Und tatsächlich räumen am Freitagabend einige Oranjes ihre Zweiräder aus, die mit Beiwagen und Anhänger ausgestattet sind und augenscheinlich viel Platz bieten für Zelt, Klamotten, Verpflegung und mitreisende Vierbeiner.
„Wir brauchen gar nicht so viel Reklame für unsere Veranstaltung zu Pfingsten zu machen“, betont Reiner Christen. Der tolle Platz und die gute Atmosphäre des Italo-Treffens verbreite sich in Biker-Kreisen ganz von alleine: „Die meisten sind Stammgäste“, bekräftigt er. Und da zumeist ältere Jahrgänge zum Treffen anreisten, gehe alles friedlich und harmonisch über die Bühne: „Wir können uns darauf verlassen, dass der Platz so verlassen wird, wie wir ihn vorgefunden haben“, loben die Veranstalter.
Die Italo-Biker lassen es sich während der drei Tage so richtig gut gehen. Nachdem die Motorräder der Marken Moto-Guzzi, Benelli, Laverda oder Ducati ausgeladen sind und die Zelte stehen, werden Klappstühle aufgestellt und eine gemütliche Klönrunde eingelegt.

Berühmte Fischbrötchen

Andere Biker marschieren zum Getränkestand oder der Imbissbude, um sich nach der langen Fahrt zu stärken. Hier gibt es mit Bratwurst und Steaks etwas Kräftiges zwischen die Zähne und für die Binnenländer etwas typisches von der Küste: „Unsere leckeren Fischbrötchen sind das Highlight und gehören einfach dazu“, berichtet Reiner Christen. Die Heringsfilets hat er eigens frisch aus Bremerhaven geholt.
Er räumt ein, dass die Organisation des Italo-Treffens mit jeder Menge Arbeit verbunden ist. Aber die beiden Ehepaare haben viele Helfer aus dem Freundeskreis und der Familie gefunden, die an der Theke und am Grill mit aushelfen.
Beim abendlichen Lagerfeuer machen Benzingespräche die Runde, bei Live-Musik im Zelt ist Partystimmung angesagt und zwei Ausflugstouren sorgen tagsüber dafür, dass die auswärtigen Italo-Biker mit dem Alten Land entweder die andere Weserseite kennenlernen oder die Butjadinger Nordseeküste erforschen. Ein Abstecher zum gleichzeitig stattfindenden Fischereihafenrennen (siehe Bericht Seite 24) gehört erneut zum Programm. Damit keiner seinen Führerschein gefährdet, wenn er ein Bier trinken möchte, gibt es einen Bustransfer.
Lobend äußert sich Reiner Christen über die gute Zusammenarbeit mit den Betreibern der Jugendherberge. Hier konnten die Biker frühstücken und die Sanitäranlagen nutzen. Auch das Entgegenkommen der Stadt Nordenham lässt der Organisator nicht unerwähnt, denn die Wiese wurde extra für das Italo-Treffen zweimal gemäht.

Spenden an Kindergarten

Die Organisatoren wollen sich auch ihrerseits erkenntlich zeigen und spenden den Überschuss des Biker-Treffens an die Jugendherberge. Und auch der Sprachheilkindergarten der Arbeiterwohlfahrt in Nordenham kommt wie in jedem Jahr in den Genuss einer finanziellen Zuwendung. Denn wer zu diesem Italo-Treffen mit einem nichtitalienischen Motorrad anreist, muss 2 Euro berappen und in ein Sparschwein werfen.
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Die Organisatoren des Italo-Treffens hinter der Jugendherberge (von links): Margrit und Reiner Christen sowie Heike und Kalle Eilers.


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